Nachhaltigkeit und Sicherheit müssen Hand in Hand gehen
Eine nachhaltige Produktion lässt sich nur mit Maßnahmen zur Arbeits- und Maschinensicherheit erreichen.
Marcia Walker, Program Manager, und Dan Hornbeck, Safety Market Development Manager, Rockwell Automation
Technologien zur Verbesserung der Maschinensicherheit kommen der nachhaltigen Produktion zugute, indem sie weltweite Standards, innovative Technologien, geschultes Personal und fortlaufende Gefährdungsanalysen in den Mittelpunkt rücken. Voraussetzung für das Erzielen einer nachhaltigen Produktion ist die Einsicht, dass Investitionen in Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung nicht nur die geschäftliche Leistungsfähigkeit stärken, sondern sich im Endeffekt auch positiv in der Bilanz niederschlagen. Zweifellos ist der gute Wille ein Teil der Motivation, doch gibt es auch handfeste ökonomische Gründe. Unter anderem bietet die nachhaltige Produktion eine der wenigen, langfristig angelegten Perspektiven, um mit steigenden Energie- und Rohmaterialkosten fertig zu werden und Kostenfaktoren wie steigende Arbeitslöhne, Einbußen an Mitarbeiterproduktivität und Produkthaftungsansprüche auszugleichen.
Sicherheit als Unternehmenswert ist ein fester Bestandteil von nachhaltigen Produktionsmethoden, und Sicherheit fördert Ihr Markenimage. Schließlich erwarten die Verbraucher heute, dass Hersteller bei der Produktion ihrer Erzeugnisse soziale Verantwortung an den Tag legen. Neben mehr Sicherheit für die Beschäftigten sind hierunter Beiträge zu einer gesünderen Umwelt, ein effektives Management der Produktsicherheit mithilfe von Tracking-and-Tracing-Systemen, eine transparente Logistikkette und effektive Rückrufsysteme zu verstehen.
Flexible Systeme unterstützen die Sicherheit
Abgesehen vom Ruf Ihrer Marke haben Sie ein begründetes Interesse daran, Ihr Unternehmen und Ihr Umfeld zu erhalten. Erreichen lässt sich dies unter anderem dadurch, dass Sie Ihre Fertigungsstätten mit leistungsstarken und flexiblen Automatisierungssystemen ausstatten, die über zeitgemäße, integrierte Sicherheitslösungen verfügen. Viele der heute genutzten Fertigungsapplikationen setzen hier noch auf überholte Methoden und Techniken. In einigen Applikationen ist die Sicherheit nach dem ‚Black-Box‘-Prinzip separat vom Automatisierungssystem implementiert. In diesen Fällen müssen Maschinen vor der Ausführung von Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten komplett angehalten und in einen sicheren Zustand gebracht werden. Die Folge ist, dass das Bedien- und Wartungspersonal die Sicherheitseinrichtungen häufig umgeht, um die Produktivität zu wahren. Dabei setzen sie allerdings ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Andere Systeme wiederum wurden mit Blick auf die Sicherheit entwickelt und büßten dabei an Produktivität ein. Das Resultat war eine Kompromisslösung, bei der weder Sicherheit noch Produktivität vollständig zu ihrem Recht kamen.
Dass derartige Risiken heute nicht mehr akzeptabel und auch nicht mehr erforderlich sind, ist neuen, weltweiten Standards, dem technologischen Fortschritt und dem Risikomanagement zu verdanken. Moderne, sichere Automatisierungssysteme bieten den Mitarbeitern ein sicheres Umfeld, reduzieren Umwelteinflüsse, verbessern Prozesse und optimieren die Produktivität. Heute kann das Bedienpersonal sogar Arbeiten an der Maschine vornehmen, während diese noch in Betrieb oder sogar in Bewegung ist. Zum Beispiel bietet die neue Safe Speed-Technologie die Möglichkeit, die Arbeitsgeschwindigkeit einer Maschine zu reduzieren und so zu kontrollieren. Arbeiter können so Blockierungen beseitigen oder andere Wartungsarbeiten ausführen, ohne die Anlage komplett stilllegen zu müssen. Dies verbessert die Produktivität und vermeidet unnötigen Energieverbrauch zum Wiederhochfahren der Maschine.
Die nachhaltige Produktion muss nicht zwangsläufig eine Entweder/Oder-Entscheidung zwischen sozialer Verantwortung und Rentabilität sein |
Produktsicherheit heißt: Reagieren können
Eine weitere wichtige Voraussetzung für die nachhaltige Produktion ist die Fähigkeit, die Sicherheit der eigenen Produktlinien zu verbessern – unter anderem durch die effektive Handhabung von Rückrufaktionen. Rückrufe von Medikamenten, Hackfleisch, Gemüse, Spielzeug und anderen Produkten, die jüngst durch die Medien gingen, machen deutlich, welche Bedeutung die Rückverfolgbarkeit von Waren über die gesamte Logistikkette hinweg hat. Moderne Informationstechnologie zeichnet in jedem Prozessschritt Daten auf. Mit diesen lässt sich später exakt nachvollziehen, wann und wo bestimmte Ressourcen wie etwa Rohstoffe, Personen, Maschinen oder Betriebsmittel ins Spiel kamen und welche Maßnahmen in den einzelnen Produktionsschritten durchgeführt wurden. Systeme dieser Art helfen bei der Automatisierung der Track-and-Trace-Abläufe für den Herstellungsprozess eines Produkts, und zwar über die gesamte Kontrollkette hinweg. Sie haben dadurch die Chance, Vorschriften besser zu erfüllen und zu dokumentieren sowie schneller und effizienter auf Rückrufe zu reagieren.
Im Idealfall ist ein zuverlässiges Tracking-System dazu in der Lage, betroffene Produkte zu identifizieren und zu blockieren, noch bevor sie in die Logistikkette gelangen. Rückrufaktionen und die damit verbundenen Kosten können so vermieden werden.
Eine umfassende Perspektive
Die nachhaltige Produktion muss nicht zwangsläufig eine Entweder/Oder-Entscheidung zwischen sozialer Verantwortung und Rentabilität sein. Führungskräfte mit dem Blick für das große Ganze sind sich darüber im Klaren, dass nachhaltige Produktionsmethoden den Ressourcenverbrauch optimieren, die Produktivität verbessern und einem Unternehmen dabei helfen, seiner sozialen Verantwortung für das Gemeinwesen gerecht zu werden. In Prinzipien der nachhaltigen Produktion zu investieren und diese anzuwenden, ist eine ebenso kluge wie verantwortungsvolle Geschäftspolitik. Nachhaltige Produktionsprinzipien helfen Ihnen, die Motivation Ihrer Mitarbeiter, Ihr Markenimage, Ihre globale Wettbewerbsfähigkeit und Ihre Rentabilität zu verbessern und dabei gleichzeitig die Zukunft Ihres Unternehmen und der Umwelt zu erhalten.
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