Über den grünen Tellerrand hinausblicken
OEMs können und sollten sich an nachhaltigen Produktionsinitiativen beteiligen, indem sie auf die Belange der Hersteller eingehen und dabei gleichzeitig die Gewinne steigern und soziale Verantwortung zeigen.
Sandy Holden, Market Development Manager, OEM, Rockwell Automation
Kein Zweifel — unsere Welt befindet sich im Umbruch. Seitdem Energie- und Rohstoffpreise explosionsartig in die Höhe schnellen, sprechen Unternehmen und Politik viel von ‚ Grüner Produktion’ und der Notwendigkeit, mit weniger Mitteln mehr zu erreichen. Aber am Umweltschutz orientierte Initiativen reichen für ein gesellschaftlich engagiertes Fertigungsunternehmen bei weitem nicht aus. Das Ziel ist vielmehr eine nachhaltige Produktion, die über den gesamten Produktionslebenszyklus einer Ware hinweg sämtliche Aspekte wie Energieverbrauch, Abfallvermeidung, Umweltschutz und Sicherheit verbessert und dadurch den Geschäftserfolg steigert.
Schon immer waren Hersteller auf die Unterstützung der Maschinenbauer und Ausrüstungslieferanten angewiesen, wenn es um Wege zur Senkung von Kosten und zur Steigerung der Rentabilität ging. Und auch jetzt stehen die Maschinenbauer in der Pflicht, ihre Kunden bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. So wollen Unternehmen heute zum Beispiel ihre CO2-Bilanz verbessern, die Maschinenbetriebskosten senken, die Produktivität steigern und die Sicherheit ihrer Produktionsanlagen erhöhen. Nachhaltige Produktionsmethoden sind für Maschinenbauer ein intelligenter Weg, auf die Anforderungen ihrer Kunden einzugehen und soziale Verantwortung zu übernehmen – und dabei gleichzeitig den Gewinn zu steigern. Als Maschinenbauer können Sie auf zweierlei Weise davon profitieren: indem Sie Geld sparen und Kundenwünsche erfüllen.
Sie tragen zur Zufriedenheit der Hersteller bei, indem Sie sie darin unterstützen, Energie- und Rohstoffkosten zu senken, Maschinen schneller einzurichten und in Betrieb zu nehmen, Stillstandszeiten weitestgehend zu vermeiden und dabei sozial und umweltbewusst zu handeln.
Worum geht es bei der nachhaltigen Produktion?
Viele Menschen verstehen unter Nachhaltigkeit und Umwelt- bzw. Klimaschutz ein und dasselbe, dabei geht die nachhaltige Produktion viel weiter. Der ganzheitliche Betrachtungsansatz zur nachhaltigen Produktion beinhaltet Fertigungsprozesse, die den Ausstoß an Treibhausgasen, den Einsatz an nicht erneuerbaren Ressourcen bzw. toxischen Substanzen minimieren, Abfall vermeiden und die Arbeits- und Produktsicherheit erhöhen. Gleichzeitig werden Ertragslage und Lieferkettenintegration optimiert.
Erfolgreiche Nachhaltigkeitsprogramme verringern nicht nur die nachteiligen Einflüsse auf die Umwelt und optimieren den Umgang mit Ressourcen, sondern tragen zudem zur besseren Rentabilität und Eigenkapitalausstattung bei – sowohl bei Ihnen als auch Ihren Endkunden.
Wie fängt man an?
Für Maschinenbauer ist es einfach, mit Nachhaltigkeitsinitiativen zu beginnen. Fragen Sie zunächst Ihre Kunden nach deren Nachhaltigkeitszielen und was sie von Ihnen erwarten. Als nächstes setzen Sie sich mit dem für Sie zuständigen Vertriebsmitarbeiter von Rockwell Automation in Verbindung. Dieser bezieht dann auch unser OEM Support-Team mit ein. Unsere regionalen Teams verfügen über die technischen Ressourcen, Sie bei Umrüstungen oder Neukonstruktionen zu unterstützen, so dass die Ausrüstung schnell gemäß den Spezifikationen Ihrer Kunden betrieben werden kann. Führen Sie auch Risikoanalysen durch. Stellen Sie sicher, dass Ihre Ausrüstung die Sicherheitsrichtlinien erfüllt, bevor sie an den Kunden ausgeliefert wird. Diese Sicherheitsanalyse dient dazu, sowohl den Hersteller als auch den Maschinenbauer rechtlich abzusichern für den Fall, dass etwas passieren sollte. Viele Organisationen wie Rockwell Automation und das Packaging Machinery Manufacturers Institute (PMMi) bieten Consulting-Dienste und Schulungen für die Durchführung von Sicherheitsbewertungen an. Energieaudits sind ebenfalls eine gute Idee, und zwar speziell für Maschinenbauer, die größere Maschinen fertigen. Zertifizierte Energiemanager geben Ihnen einen umfassenden Überblick über das Energieauditverfahren und können Ihnen erklären, wie man Audits zur Kostensenkung einsetzt.
Gehen Sie es nicht allein an. Ganz egal, in welcher Phase sich Ihr Nachhaltigkeitsprogramm befindet. Ein ganzheitlicher Ansatz bedeutet mehr, als Umwelt- und Klimaschutz zu beachten. Er beinhaltet vielmehr die Optimierung sämtlicher Aspekte Ihres Herstellungsprozesses; wie Sie mit weniger Mitteln mehr erreichen. Die Konvergenz der bestimmenden Marktfaktoren in der Fertigung und die Verfügbarkeit von wertsteigernden Automatisierungslösungen geben Ihnen beste Gründe für die Einführung von nachhaltigen Produktionsmethoden. Diese helfen Ihnen dabei, Ihre langfristigen Geschäftsziele zu erreichen, Ihre Kunden zufriedenzustellen und einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt zu nehmen. Wenn Sie zu den Kosteneinsparungen durch Nachhaltigkeitsprogramme noch die breite öffentliche Unterstützung für den Umweltschutz hinzu addieren, werden die Vorteile der nachhaltigen Produktion sogar noch deutlicher. Wenn Maschinenbauer und Hersteller in sichere Produkte und Prozesse, ressourceneffiziente Technologien und Verfahren sowie Rückverfolgbarkeitstools investieren, werden sie Erfolg haben. Maschinenbauer können und sollten sich an nachhaltigen Produktionsinitiativen beteiligen. Gehen Sie es nicht allein an – arbeiten Sie mit Ihren Kunden und Automatisierungslieferanten zusammen, um die richtige nachhaltige Lösung zu entwickeln.
| Tendenzen bei der nachhaltigen Produktion Im Zuge der Nachhaltigkeitsprogramme von Seiten der Hersteller und der Maschinenbauer kristallisieren sich einige Trends heraus, bei denen die Automatisierungstechnik eine Schlüsselrolle einnimmt. • Produktdesign von der Wiege zur Wiege. Statt Maschinen für einen einzigen Zweck zu konzipieren, müssen Maschinenbauer heute Mehrzweckmaschinen entwerfen, die sich im Nachhinein für andere Funktionen umgestalten lassen können. Künftige Maschinenkonzeptionen werden deshalb weitaus mehr Flexibilität zulassen • Sicherheitsgerechtes Design. In dem Maße, in dem Hersteller auf mehr Sicherheit für ihre Mitarbeiter und besseren Ausrüstungsschutz bestehen, entwickeln sich auch die Sicherheitslösungen weiter. Beim Einsatz dieser Anwendungen ist es allerdings wichtig, dass man den Fertigungsprozess genau erfasst und versteht. Produktivitätssteigerungen lassen sich erreichen und Einsparpotenziale reduzieren, wenn man Sicherheitsfunktionalitäten in Automatisierungssteuerungen, Antriebe und Motion- Lösungen sowie unternehmensweite Netzwerke wie EtherNet/IP integriert. Grund dafür ist, dass Stillstandszeiten weitgehend vermieden werden • Schwerpunkt Energieeffizienz. Maschinenbauer legen ihren Schwerpunkt zunehmend auf Energieeffizienz und wiederverwendbare Energie. In diesen Bereich fallen zum Beispiel Lösungen wie Frequenzumrichter und Servotechnik. Ferner lösen elektronische Aktoren zunehmend pneumatische und hydraulische Lösungen ab, so dass sich die Hersteller keine Sorgen mehr über Energie verschwendende Druckluftsysteme oder ausgeflossene Hydraulikflüssigkeit machen müssen |
• Bewegungseffizienz. Immer mehr Maschinenbauer denken derzeit über mechatronische Lösungen nach, mit denen sie den Energieverbrauch ihrer Maschinen optimieren können. Die Motion Analyzer Software von Rockwell Automation verfügt über mechatronische Konstruktionstools, mit denen OEMs durch die korrekte Dimensionierung der Servo- und Antriebsanwendungen kleinere Maschinen bauen können • Fernüberwachung. Über Funktionen zur Fernüberwachung können Hersteller Fehler an ihrer Ausrüstung aus der Distanz beheben. Dadurch sparen sie Treibstoff und Reisezeit für die Service-Mitarbeiter, die sonst vor Ort arbeiten müssen. Dabei gehen Maschinenbauer kreative Wege, um ihre Arbeitsabläufe nachhaltiger zu gestalten. Zum Beispiel hat ein Ausrüstungshersteller von Endverpackungsanlagen erkannt, dass es eine bessere Alternative für Wellpappen-Kartonnagen und Tabletts gibt. Das Unternehmen kreierte eine Verpackung, welche die Kosten durch Verwendung von weniger Verpackungsmaterial und Gebrauch eines Kontaktklebers, der die Instabilität aus der Flachpolsterverpackung herausnahm, senkte. Die Kunden bezifferten die Einsparungen bei der Verpackung mit 60 % und konnten dabei die Palettendichte um durchschnittlich 8 % erhöhen |
Bei Interesse an weiteren Informationen senden Sie eine E-Mail an folgende Adresse: info_at@ra.rockwell.com Betreff: Green Box
